
In unserem Haus für Kinder arbeiten wir in Anlehnung an die "offene Konzeption". Diese Form der pädagogischen Arbeit ist eine Antwort auf veränderte Lebensbedingungen der Kinder.
Offene Arbeit heißt: Abschied nehmen von dem Versuch, stets und alles für die Kinder regeln zu wollen, von Konflikten bis zur sogenannten "Beschäftigung". Es wird ihnen mehr Selbstverantwortung für ihr Lernen und ihre Zufriedenheit zugemutet, und sie können dadurch ihren eigenen Weg für ihre individuelle Weiterentwicklung finden.
Kinder wollen die Welt "be-greifen", riechen, schmecken, verarbeiten. Sie wollen verändern und dadurch etwas bewirken.
Erzähl mir - und ich vergesse,
Zeig mir - und ich erinnere.
Lass es mich tun - und ich werde verstehen.
Die 45 Kinder unserer Einrichtung sind in drei altershomogene Bezugsgruppen aufgeteilt. Die Gruppen haben folgende Namen:
Sonnenwichtel (3 - 4jährige)
Sternenkinder (4 - 5jährige)
Waldkinder (5 - 6jährige)
Jede Gruppe wird von zwei Mitarbeiterinnen während der gesamten Kindergartenzeit bis zur Einschulung betreut. Diese Mitarbeiterinnen sind unter anderem auch Ansprechpartner für die Eltern, wenn sie Fragen oder Anregungen haben. Einmal im Jahr findet ein Entwicklungsgespräch statt.
Drei mal in der Woche vormittags treffen sich die Bezugsgruppen zu verschiedenen gezielt geplanten Aktivitäten. Diese Treffen sind abwechselnd in den verschiedenen Bereichen des Hauses. So können wir gewährleisten, dass wir einen genauen Überblick über den Entwicklungsstand eines jeden Kindes behalten.
Acht grundlegende Ziele verfolgen wir in unserer pädagogischen Arbeit:
1. Geborgenheit
Die überschaubare Einrichtung, die festen Bezugspersonen und die regelmäßigen Treffen der Bezugsgruppen, vermitteln dem Kind Orientierung und Sicherheit, was zum Gefühl der Geborgenheit beiträgt.
Der Tagesablauf ist ein immer wiederkehrender Rhythmus, an dem das Kind sich orientieren kann. Er enthält Regeln und Absprachen, die Kinder und Erwachsene einhalten müssen.
Eine liebevolle, konsequente Erziehung enthält Grenzen, die die Kinder nicht einengen, sondern Orientierung und Sicherheit geben, und eine geborgene Atmosphäre im Beziehungsverhältnis zwischen Kindern und Erwachsenen schaffen.
2. Selbständigkeit
Maria Montessoris Leitsatz
"Hilf mir es selbst zu tun"
hat auch in unserer Kindertagesstätte Gültigkeit.
Alles was ein Kind kann, soll es auch selber tun. Bei dem, was es nicht kann, bieten wir unsere Unterstützung an.
Zur Selbständigkeit gehört auch, dass das Kind Wünsche und Ideen äußern und Entscheidungen für sich treffen kann. Die Mitarbeiterinnen ermutigen und helfen dem Kind, seine Bedürfnisse zu erkennen und unterstützen es in der Entscheidungsfindung.
3. Soziale Kompetenz
Durch kleine Spielgruppen und Rollenspiele lernen die Kinder, sich unter zu ordnen oder zu bestimmen. Individuelle Verantwortung übernehmen die Kinder bei Patenschaften, gegenseitiger Hilfestellung oder bei der Übernahme kleinerer Aufgaben.
Bei den regelmäßigen Treffen der Bezugsgruppen können die Kinder Freude und Ärger über Ereignisse des Tages los werden. Die Erzieherin regt die Kinder zum gegenseitigen Verständnis an.
In der Kinderkonferenz werden gemeinsam Pläne für die Gruppe geschmiedet und besondere Ereignisse werden aufgegriffen und diskutiert.
Die Kinder lernen in der Gemeinschaft eigene Bedüfnisse zu erkennen, zu äußern, durch zu setzen oder zurück zu stellen.
4. Kreativität
"In jedem Kind
steckt ein Künstler.
Die Kunst ist es,
als Erwachsener
noch einer zu sein."
- Pablo Picasso -
Ein großzügig gestalteter Werkraum mit vielfältigen Materialien lädt die Kinder zu schöpferischem Tun ein.
Kinder im Vorschulalter haben einen ausgeprägten Sinn für das Gestalten mit Farben, Pappe, Papier, Klebstoffen, Textilien, Modelliermasse und "wertlosem" Material.
Im Freispiel so wie in den Bezugsgruppentreffen werden die Kinder in ihrer Kreativität gefördert.
5. Wahrnehmung
Mit seinen Sinnenerfährt und erlebt das Kind die Welt und macht wichtige Erfahrungen. Gefühle wie Trauer, Wut, Enttäuschung, Eifersucht, Angst, Freude und Glücklich sein gehören dazu und werden gelebt. Das Kind lernt, diese Gefühle wahr zu nehmen und lernt seine Stärken und Schwächen zu erkennen und mit ihnen im positiven Sinn um zu gehen.
Die verschiedenen Bereiche der Wahrnehmung (Tasten, Riechen, Schmecken, Hören, Sehen, Gleichgewichtssinn, Körperwahrnehmung ...) werden in unseren Räumen unterschiedlich angesprochen und gefördert. So gibt es im Treff z. B. verschiedene Tastspiele, Memory, im Werkraum viele verschiedene Materialien zum Basteln und werken, in der Turnhalle und auf dem Außengelände viele Angebote zum Klettern, Balancieren, Schaukeln und Rutschen.
In den Bezugsgruppentreffen werden gezielte Angebote im Bereich Wahrnehmung durchgeführt.
6. Konzentration
Ob im freien Spiel, bei gezielten Angeboten und im Gruppentreffen muss sich das Kind in allen Bereichen des Kindergartens auf seine Sache konzentrieren. unter Berücksichtigung seines Alters und seiner individuellen Entwicklung fördert die Erzieherin das Kind in seiner Konzentration.
Im letzten Kindergartenjahr werden die Kinder in besonderem Maße gefördert. Für die angehenden Schulkinder (Waldkinder) werden spezielle Angebote durchgeführt, die sich an der jeweiligen Gruppe orientieren: z. B. Verkehrserziehung, Erkundung des Ortes, größere Ausflüge, besondere Arbeitsgemeinschaften.
7. Grob - und Feinmotorik
In der Turnhalle und beim Spiel auf dem Außengelände kann das Kind seinem natürlichen Bewegungsdrang nach kommen. Auch der Wald - Tag bietet umfassende Möglichkeiten, die grobmotorischen Fähigkeiten zu erproben und die eigenen Grenzen kennen zu lernen.
Gezielte Förderung erhält es in den regelmäßig stattfindenden Turnangeboten in der Bezugsgruppe und während der Freispielzeit.
Feinmotorische Fähigkeiten kann das Kind bei gezielten Angeboten z. B. Handarbeits - AG, im Bezugsgruppentreffen (malen, ausschneiden) und natürlich im täglichen Freispiel durch z. B. Fädel - oder Hämmerchenspiele, Lego und Gesellschaftsspiele erlernen.
8. Sprachförderung
Zur Förderung des Sprachverhaltens bieten wir alle Arten der Auseinandersetzung mit Erzählungen, Bilderbüchern, Tätigkeiten wie singen, Fingerspiele, Reime und Versspiele, Kasperle - Theater uvm. an.